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Wann und für wen ist eine energetische Sanierung sinnvoll?

Eine Hand, die ein Blatt mit einem ausgeschnittenen Haus hält.

Fordern Sie ganz unkompliziert und unverbindlich Ihr persönliches Teilverkaufs-Angebot an. Wir beraten und führen Sie gerne durch den ganzen Teilverkaufs-Prozess.

Lisa von der Deutschen Teilkauf nimmt Informationen für den Immobilien-Teilverkauf mit Nießbrauchrecht auf.

Zugige Fenster und Türen, schlecht gedämmt Wände oder eine veraltete Ölheizung im Keller, die horrende Heizkostenrechnungen nach sich zieht – es gibt viele Gründe für eine energetische Sanierung der eigenen vier Wände. Neben dem finanziellen Aspekt ist da nicht zuletzt auch der ökologische.

Hierzulande sind rund 40 Prozent des Endenergieverbrauchs auf den Gebäudebereich zurückzuführen. Die Bundesregierung will bis 2030 den Ausstoß von Treibhausgasen um mindestens 55 Prozent unter den Wert von 1990 senken. Die Europäische Union soll bis 2050 sogar komplett klimaneutral sein.

Für Immobilienbesitzer gibt es eine Vielzahl öffentlicher Förderungsmöglichkeiten für energetische Sanierungsmaßnahmen, die im Idealfall nicht nur die Umwelt entlasten, sondern mittelfristig auch den Geldbeutel. Angeboten werden diese von der Kreditgesellschaft für Wiederaufbau (KfW) und dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Heizung austauschen und Dämmung optimieren

Grundsätzlich bilden der Austausch der Heizungsanlage und eine verbesserte Wärmedämmung die Kernmaßnahmen einer „grünen Sanierung“. Ein veralteter Heizkessel kann dafür verantwortlich sein, dass mehr als ein Drittel der Wärme im Haus verloren geht. Zudem sollte die Wärmeisolierung überprüft werden – diese hat Einfluss auf die notwendige Größe der Heizanlage. Immobilienbesitzer können durch den Austausch undichter Türen und Fenster sowie den Einbau einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung schon eine Menge bewirken. Welche Maßnahmen konkret Sinn ergeben, hängt allerdings von den jeweiligen Bedingungen vor Ort ab und sollte im Gespräch mit einem unabhängigen Experten geklärt werden.

Über eine Wärmedämmung der Außenfassade kann bis zu einem Viertel der Energiekosten gespart werden. Bei einer Wärmedämmung des Dachs sind bis zu 15 Prozent Energieersparnis drin; abhängig von der konkreten Beschaffenheit der jeweiligen Immobilie. Wer eine alte Heizanlage gegen eine neue (Wärmepumpe, Brennwerttechnik oder Holzpelletofen) austauscht, kann die Energiekosten sogar um ein knappes Drittel mindern.

Wann ist eine energetische Sanierung Pflicht?

Im Rahmen der EnergieEinsparverordnung (EnEV), die 2002 in Kraft getreten ist, sind Käufer von Bestandsimmobilien zur energetischen Sanierung verpflichtet, sofern gewisse Standards in der Immobilie nicht eingehalten werden. Dazu zählen ein Austausch der alten Heizung, die Dämmung von Rohrleitungen sowie das Dämmen des Dachs beziehungsweise Dachbodens bei Ein- und Zweifamilienhäusern, die vor dem 1. Februar 2002 erbaut wurden. Für Öl- und Gasheizungen gilt eine maximale Laufzeit von 30 Jahren, danach müssen sie ausgewechselt werden. Zudem haben Immobilienkäufer die Pflicht, Heizungs- und Warmwasserleitungen dämmen zu lassen. Bestandsgebäude, die nach dem 1. Februar 2002 erbaut wurden, sind in der Regel von Anfang an gemäß den Anforderungen des EnEV errichtet worden und haben entsprechend keinen Sanierungsbedarf.

Für Altbauten gilt grundsätzlich keine Pflicht zur umfassenden energetischen Sanierung, Eigentümer müssen aber die oberste Geschossdecke beziehungsweise das Dach dämmen. Sind dennoch weitere Sanierungsmaßnahmen geplant, müssen diese der EnEV entsprechen.

Energetisch sanieren

Wer nun mit dem Gedanken spielt, sein Eigenheim energetisch zu sanieren, sollte sich unbedingt mit den öffentlichen Fördermöglichkeiten durch die KfW und das BAFA vertraut machen. Hauseigentümer werden sowohl Förderzuschüsse angeboten als auch Förderkredite. Darüber hinaus vergibt die KfW für energiesparende Immobilien den sogenannten Effizienzhausstandard. Je höher der Standard, desto umfangreicher fallen auch die Fördermaßnahmen aus. Konkret ergibt sich der Effizienzhausstandard aus dem gesamten Energiebedarf und dem Grad der Wärmedämmung innerhalb eines Hauses.

Das BAFA vergibt ebenfalls Zuschüsse für Sanierungen sowie zinsgünstige Kredite und fördert vor allem das Heizen auf Grundlage erneuerbarer Energien – Stichwort Ölaustauschprämie: Je nachdem, für welche neue Heizungsanlage sich ein Immobilieneigentümer entscheidet, gelten unterschiedliche Förderquoten bis zu 45 Prozent.

Grundsätzlich gilt: Noch nie wurde so viel und so großzügig gefördert wie aktuell; mit dem Jahresbeginn 2021 wurden die bereits bestehenden Angebote sogar noch verlängert, erweitert und umstrukturiert.

Nicht zuletzt kann auch mit einem Teilverkauf der Immobilie ein Teil der Kosten gedeckt werden. Dank lebenslangem Nießbrauchrecht können Immobilieneigentümer dabei trotzdem weiter wie gewohnt in ihrem Zuhause wohnen bleiben und von der energetischen Sanierung profitieren.

Gesamtkonzept für die Sanierung

Vor Beginn einer energieeffizienten Sanierung sollte zunächst ein energetisches Gesamtkonzept erstellt werden, um sicherzustellen, dass die einzelnen Maßnahmen optimal aufeinander abgestimmt sind. Beispielsweise ist eine Auswechselung der alten Heizung nur dann sinnvoll, wenn die Fassade zuvor abgedichtet wurde. Zudem bietet sich an, die energetischen Sanierungsmaßnahmen mit ohnehin anfallenden Sanierungsvorhaben, beispielsweise einer Ausbesserung des maroden Dachs, zu kombinieren – so sind zusätzliche Kosteneinsparungen möglich. Darüber hinaus sollte die energetische Sanierung von außen nach innen vollzogen werden, denn eine Abdichtung der Gebäudehülle kann bereits einen deutlichen Effekt auf den Wärmehaushalt haben. Aufschluss über den energetischen Zustand einer neu erworbenen Immobilie gibt der Energieausweis.

Abgesehen von der verbesserten Ökobilanz und den reduzierten Heizkosten steigern Immobilienbesitzer durch eine energieeffiziente Sanierung auch nachhaltig den Wert ihrer Immobilie, von dem sie im Falle eines Weiterverkaufs in der Zukunft entsprechend profitieren. Nicht zuletzt erhöht eine energetische Sanierung des Eigenheims zudem das Wohnklima, da das Haus im Sommer eher kühl und im Winter länger warm bleibt.

Marian Kirchhoff
Marian Kirchhoff
Feb. 2021
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